Unterhalt im Jahr 2018

Created date: 2018-01-15

 

Zum Ende jeden Jahres 2017 wurde die neue Düsseldorfer Tabelle veröffentlicht. Folgende Änderungen zum Vorjahr sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

Wie bereits bekannt, hängt die Höhe des Unterhalts vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils und dem Alter des Kindes ab. Eine wesentliche Änderung ist unter anderem, dass erstmals seit zehn Jahren die Einkommensgruppen erhöht wurden. Der Mindestunterhalt, also die erste Stufe, wird von unterhaltpflichtigen Elternteilen geschuldet, die über ein bereinigtes Nettoeinkommen von bis zu 1.900 Euro verfügen, statt wie bisher bis zu 1.500 Euro. Für viele Kinder bedeutet diese Änderung, dass sie im Vergleich zum Jahr 2017 weniger Unterhalt bekommen.

Es werden jedoch die Bedarfssätze angehoben, z.B. steigt der Mindestunterhalt für ein 0 - 5 jähriges Kind von 342 auf 348 Euro (Betrag vor Anrechnung des Kindergeldes). Wenn man dennoch bedenkt, dass der Unterhalt in der bisherigen zweiten Einkommensstufe 1500 - 1900 Euro, die nunmehr weggefallen ist, 360 Euro betragen hat, ist diese Änderung für sie vom Nachteil.

In der zweiten bis zur fünften Einkommensgruppe wurden die Bedarfssätze um 5 %, in der sechsten bis zur zehnten Einkommensgruppe um 8 % erhöht. Für volljährige Kinder hat sich nichts geändert.

Letzte Änderung ist die Höhe des Bedarfskontrollbetrags. Dieser Betrag soll eine gleichmäßige Einkommensverteilung zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den Unterhaltsberechtigten gewährleisten und ist nicht zu verwechseln mit dem Selbstbehalt, der lediglich für den Mindestunterhalt gilt.

 

Es ist zu berücksichtigen, dass die Düsseldorfer Tabelle keinen Rechtssatzcharakter hat und daher keine Bindungswirkung für den Richter. Sie wird aber als Grundlage für die Unterhaltsberechnung und als Orientierungshilfe anerkannt. Die Berechnung des Unterhalts ist sehr individuell und es kommt nicht selten zu Abweichungen von den Beträgen aus der Tabelle.

Hat das Kind beispielsweise über einen längeren Zeitraum einen über den allgemeinen Lebensbedarf hinausgehenden zusätzlichen Bedarf, wie krankheitsbedingte Kosten oder Privatschule, so ist dieser Mehrbedarf bereits bei der Bemessung des laufenden Unterhalts zu berücksichtigen.
Zudem kann das Kind den laufenden Unterhalt Sonderbedarf geltend machen, wenn unvorhergesehen und unregelmäßig eine außergewöhnlich hohe Bedarfsposition auftritt.

Es gilt also: Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach den besonderen Umständen des Einzelfalls. Unsere Anwälte helfen Ihnen gerne bei einer individuellen Berechnung.

Für den Unterhaltspflichtigen ist wiederum die Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens wichtig. Dies bedeutet, dass von dem Nettolohn zum Beispiel die berufsbedingten Aufwendungen abgezogen werden müssen.

Sie können ein Abweichen von den Tabellensätzen – nach oben wie nach unten – gebieten.

Die Einkommenssituation des Unterhaltspflichtigen kann sich jederzeit ändern. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang für diejenigen, die zum Beispiel krankheitsbedingt weniger verdienen: Der zu zahlende Unterhalt kann verringert werden.

Wenn ein Unterhaltstitel existiert, kann er abgeändert werden. Die Abänderung kann nur über eine Abänderungsklage erfolgen. Wichtig dabei ist, dass keine rückwirkende Abänderung möglich ist. Voraussetzung ist, dass eine wesentliche Veränderung der Einkommensverhältnisse gegeben ist. Als Richtwert gilt eine Veränderung um 10% als maßgeblich.